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7 Min. Lesezeit

Wohnung ausmalen in Österreich: Praktischer Guide

Wohnung ausmalen in Österreich: Vorbereitung, Farbe, Mietwohnung, Schimmel und wann ein Maler sinnvoll ist.

Kurz erklärt, bevor du Farbe kaufst

Eine Wohnung ausmalen in Österreich ist oft gut selbst machbar, wenn die Wände trocken, fest und gut erreichbar sind. Entscheidend sind die Vorbereitung, die passende Wandfarbe, sauberes Abdecken und genug Zeit zum Trocknen. Bei Mietwohnungen solltest du Mietvertrag, Übergabeprotokoll und Hinweise der Hausverwaltung extra prüfen.

Dieser Ratgeber hilft dir einzuschätzen, ob ein einfacher Anstrich reicht, ob zuerst ausgebessert werden muss oder ob ein Maler sinnvoller ist.

Zuerst die Wohnung prüfen, nicht nur die Farbe

Ein gutes Ergebnis beginnt vor dem ersten Pinselstrich. Geh die Wohnung bei Tageslicht durch und achte auf Kratzer, Risse, Flecken, lose Farbschichten und feuchte Stellen. In Altbauwohnungen sind alte Anstriche, gespachtelte Stellen, tiefe Fensternischen und ungerade Ecken besonders wichtig.

Mach Fotos, bevor du Möbel verrückst oder Löcher schließt. Wenn du mietest, hast du damit eine einfache Dokumentation des Zustands. Das kann helfen, wenn das Ausmalen später bei der Wohnungsübergabe Thema wird.

Einschätzen: Auffrischen, ausbessern oder genauer prüfen

Neue Farbe lässt einen Raum frischer wirken, löst aber nicht jedes Wandproblem. Ordne die Arbeit zuerst ein:

  1. Einfach auffrischen: leichte Spuren, vergilbtes Weiß, kleine Nagellöcher und kein muffiger Geruch.
  2. Oberfläche ausbessern: Risse, abgeplatzter Putz, viele Bohrlöcher, alte Klebereste oder unebene Spachtelstellen.
  3. Problemstelle: Wasserflecken, schimmelartige Punkte, abblätternde Farbe, Nikotinspuren oder wiederkehrende Feuchtigkeit.
  4. Aufwendiger Raum: hohe Decken, Stuck, Einbaumöbel, enge Stiegenhäuser oder schlechte Lüftung.

Selbst ausmalen ist vor allem bei den ersten beiden Fällen realistisch. Bei Problemstellen solltest du nicht einfach darüberstreichen. Die Stadt Wien weist bei Schimmel darauf hin, dass die Ursache geklärt werden muss, sonst kommt das Problem wieder.

Mietwohnung: vor starken Farben kurz nachdenken

Wenn du mietest, lies Mietvertrag, Übergabeprotokoll und schriftliche Hinweise von Vermieter, Vermieterin oder Hausverwaltung, bevor du kräftige Farben auswählst. Weiß oder ein gebrochenes Weiß ist für die spätere Übergabe meist am unkompliziertesten. Die rechtliche Lage hängt aber immer vom konkreten Mietverhältnis ab.

Dieser Beitrag gibt praktische Hinweise, keine Rechtsberatung. Die Arbeiterkammer hält fest, dass es keine allgemeine Pflicht gibt, jede Wohnung beim Auszug neu auszumalen. Normale Abnutzung ist außerdem anders zu beurteilen als Schäden oder deutliche Veränderungen. Wenn Kaution oder Übergabe strittig werden könnten, hol dir vorher verlässliche Mieterberatung.

Wandfarbe und Material passend auswählen

Die richtige Farbe hängt von Untergrund und Raum ab. Auf österreichischen Produkten findest du Begriffe wie Dispersionsfarbe, Silikatfarbe, Kalkfarbe, matt, scheuerbeständig oder emissionsarm. Wenn du mit deutschen Produkttexten unsicher bist, fotografiere das Etikett und frage im Fachhandel nach, wofür die Farbe geeignet ist.

Für Wohn- und Schlafzimmer passt bei trockenen, festen Wänden oft eine geruchsarme Innenwandfarbe. In Küche, Vorzimmer und Kinderzimmer ist eine robustere, besser abwischbare Oberfläche sinnvoll. Bei alten Putzflächen oder feuchteanfälligen Räumen solltest du atmungsaktive mineralische Farben mit Fachhandel oder Maler besprechen.

Grundausstattung für einen Raum

Für einen normalen Raum brauchst du meist:

  • Innenwandfarbe in ausreichender Menge, plus etwas Reserve für spätere Ausbesserungen.
  • Tiefengrund oder passende Grundierung, wenn die Wand stark saugt, fleckig oder ausgebessert ist.
  • Spachtelmasse, Schleifklotz und Spachtel.
  • Malerkrepp, das zur Oberfläche passt.
  • Abdeckvlies, Abdeckpapier und Folie für Möbel.
  • Farbroller, Abstreifgitter oder Farbwanne, Verlängerungsstange und zwei Pinselgrößen.
  • Stabile Leiter, Arbeitslicht, Handschuhe und Reinigungstücher.

Verlass dich nicht nur auf die Quadratmeterangabe am Farbeimer. Rauer Putz, dunkle Altfarbe, frische Spachtelstellen und stark saugende Wände brauchen mehr Material. Kauf genug aus derselben Produktlinie und heb einen kleinen Rest für spätere Ausbesserungen auf.

Raumluft und Trocknung einplanen

Verwende nur Produkte für Innenräume und halte dich an die Angaben zu Lüftung, Trocknung und Überstreichbarkeit. Geruchsarm heißt nicht, dass du nicht lüften musst. Öffne Fenster, wenn Wetter und Hausregeln es zulassen, und vermeide Staub, Kälte und hohe Feuchtigkeit während die Farbe trocknet.

DIE UMWELTBERATUNG empfiehlt, Wandfarbe an Untergrund und Altanstrich anzupassen. Sie weist auch darauf hin, dass wasserdampfdurchlässige Farben Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben können. Das ist besonders in Wohnungen relevant, in denen Kondensation ein Thema ist.

Den Raum richtig vorbereiten

Schieb Möbel in die Raummitte und arbeite bei kleinen Wohnungen lieber Zimmer für Zimmer. Nimm Vorhänge, lose Regale, Bilderhaken und kleine Gegenstände ab. Schrauben und Beschläge kommen am besten in beschriftete Sackerl, damit beim Einräumen nichts fehlt.

Wände reinigen und ausbessern

Staub die Wände mit einem trockenen Tuch oder einer Staubsaugerbürste ab. Fettige Küchenbereiche, Handspuren rund um Lichtschalter und Ruß- oder Kerzenspuren müssen vor dem Streichen vorsichtig gereinigt werden. Lass die Wand vollständig trocknen, bevor du spachtelst oder grundierst.

Kleine Bohrlöcher und Risse füllst du mit Spachtelmasse und schleifst sie nach dem Trocknen glatt. Arbeite nicht zu dick in Ecken oder direkt an Sockelleisten. Wenn Putz hohl klingt, bröselt oder sich weiter löst, wird er durch Farbe nicht stabil.

Böden, Steckdosen und Leisten schützen

Decke den ganzen Boden ab, nicht nur den Rand entlang der Wand. Farbspritzer landen weiter weg, als man beim Rollen denkt, besonders bei hohen Wänden und Decken. Klebe Sockelleisten sorgfältig ab und drücke die Kante mit einem sauberen Spachtel oder Tuch fest.

Arbeite rund um Steckdosen und Schalter langsam. Entferne keine Abdeckungen, wenn dadurch Drähte freiliegen würden, und male nicht in die Öffnung hinein. Wenn Steckdose, Schalter, Kabelkanal oder Leuchte locker, beschädigt, warm oder auffällig sind, brich die Arbeit dort ab und kontaktiere eine Elektrofachkraft. Du kannst Elektriker in Österreich vergleichen, wenn beim Ausmalen ein separates Elektrothema sichtbar wird.

So streichst du sauber in einer echten Wohnung

Arbeite in sinnvoller Reihenfolge: zuerst die Decke, falls sie gestrichen wird, dann Ecken und Kanten, danach die großen Wandflächen. Streiche die Ränder mit dem Pinsel vor und rolle anschließend, solange die Farbe dort noch feucht ist. So verbindet sich die Fläche gleichmäßiger.

Für Ecken, Fensterrahmen und erreichbare Bereiche hinter Heizkörpern nimmst du den Pinsel. Die Wand selbst rollst du in Bahnen von oben nach unten mit gleichmäßigem Druck. Zu starkes Drücken macht die Oberfläche selten schöner.

Trocknungszeiten ernst nehmen

Viele Fehler passieren zwischen zwei Anstrichen. Wenn die erste Schicht fleckig aussieht, warte trotzdem die angegebene Trocknungszeit ab. Feuchte Farbe wirkt oft unruhig und wird erst beim Trocknen gleichmäßiger.

Lüfte vernünftig, halte Kinder und Haustiere von nassen Wänden fern und schieb Möbel nicht zu früh zurück. Frische Farbe kann sich trocken anfühlen, bevor sie wirklich belastbar ist.

Altbau braucht Geduld

Altbauwohnungen haben oft hohe Decken, tiefe Fensternischen, alte Türstöcke, Stuck oder unebenen Putz. Diese Details kosten Zeit. Verwende eine Verlängerungsstange, wo es geht, und strecke dich nicht von der obersten Leiterstufe.

Bei sehr hohen Decken, engem Stiegenhaus oder viel Stuck kann ein Maler praktischer sein als ein Wochenendprojekt. Wenn du Malerarbeiten in Österreich vergleichst, teile Raumhöhe, Fotos, Wandzustand, Wunschfarbe, Zugang und ob Möbel bewegt werden müssen.

Fehler, die man nach dem Trocknen sieht

Vermeide besonders diese Punkte:

  • Über Staub, Fett, Feuchtigkeit oder lose Farbe streichen.
  • Zu wenig Farbe aus derselben Produktlinie kaufen.
  • Malerkrepp erst entfernen, wenn dicke Farbschichten komplett hart sind.
  • Auf gespachtelten, fleckigen oder stark saugenden Stellen die Grundierung auslassen.
  • Bad- oder Küchenfarbe verwenden, ohne den Untergrund zu prüfen.
  • In einer Mietwohnung kräftige Farben wählen, ohne an die Übergabe zu denken.
  • Regale und Bilder wieder montieren, bevor die Farbe ausreichend belastbar ist.

Streiche außerdem nicht bei schlechtem Licht. Viele Fehlstellen sieht man erst am nächsten Morgen, besonders bei Fenstern, Heizkörpern und Zimmerecken.

Wann ein Maler sinnvoller ist

Ein Maler kann die bessere Wahl sein, wenn die Wohnung eines dieser Themen hat:

  • Große Räume oder hohe Altbaudecken.
  • Wasserflecken, Nikotinspuren oder starke Verfärbungen.
  • Rissigen oder instabilen Putz.
  • Einbaumöbel und viele Kanten, die geschützt werden müssen.
  • Knappen Einzugs- oder Auszugstermin.
  • Mehrere Farben, Akzentwände oder detaillierte Leisten.
  • Schlechte Lüftung oder schwierigen Zugang.

Bevor du einen Auftrag vereinbarst, frage Anbieter direkt nach Erfahrung mit deiner Wohnungsart, Vorbereitung, Material, Anzahl der Anstriche, Trocknungszeiten, Bodenschutz, Reinigung, Preisen und Verfügbarkeit. Wenn Zertifikate, Versicherung oder besondere Qualifikationen für deinen Auftrag relevant sind, lass dir die Informationen zeigen und entscheide selbst, ob der Anbieter passt.

Häufige Fragen

Muss ich meine Mietwohnung in Österreich beim Auszug ausmalen?

Nicht automatisch. Laut Arbeiterkammer gibt es keine allgemeine gesetzliche Pflicht, jede Wohnung beim Auszug neu auszumalen. Entscheidend können Mietvertrag, Zustand, vorgenommene Änderungen und Übergabesituation sein. Prüfe deine Unterlagen und hol Mieterberatung ein, wenn Kaution oder Abzüge im Raum stehen.

Welche Farbe ist für eine Mietwohnung am besten?

Für die Wohnungsübergabe ist neutrales Weiß oder gebrochenes Weiß meist am unkompliziertesten. Wenn du während der Mietdauer eine kräftige Farbe möchtest, prüfe vorher Mietvertrag und Übergabeprotokoll. Überlege auch, wie aufwendig das spätere Zurückstreichen wird.

Darf ich Schimmel einfach überstreichen?

Nein. Farbe kann Schimmel verdecken, beseitigt aber nicht die Ursache. Die Stadt Wien unterscheidet zwischen kleinen oberflächlichen Stellen und größeren Flächen und empfiehlt bei größerem Befall eine Abklärung der Ursache. In einer Mietwohnung informiere Vermieter, Vermieterin oder Hausverwaltung, bevor du darüberstreichst.

Wie viele Anstriche braucht eine Wohnungswand?

Viele Wände brauchen zwei Anstriche für ein gleichmäßiges Ergebnis. Bei dunkler Altfarbe, Flecken, frischer Spachtelmasse oder stark saugendem Putz kann zusätzlich Grundierung nötig sein. Halte dich an die Trocknungszeiten auf dem Produkt.

Soll ich selbst ausmalen oder einen Maler beauftragen?

Selbst ausmalen passt bei einem einfachen, trockenen Raum mit gut erreichbaren Wänden. Ein Maler ist oft sinnvoller bei hohen Decken, beschädigten Oberflächen, knappen Terminen oder wenn das Ergebnis für eine Übergabe wichtig ist. Vergleiche den Leistungsumfang genau, besonders Vorbereitung und Reinigung.

Quellen

Wenn du Unterstützung brauchst

Wenn dein Ausmalprojekt größer ist als ein einfacher Wochenendjob, kannst du auf servi.co lokale Anbieter ansehen, Profile vergleichen und Anbieter direkt kontaktieren. Teile Fotos, Raumgröße, Wandzustand, Zugang, Zeitplan und offene Fragen zur Wohnungsübergabe, damit jeder Anbieter den tatsächlichen Auftrag einschätzen kann.

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